Physical Fetz 2026

physical FETZ 2026 !

Im September 2026 verwandelt das physical FETZ drei Wochenenden lang drei Bühnen im Ruhrgebiet – Theater im Depot Dortmund, Prinz Regent Theater Bochum und Grendt Theater Essen - in ein buntes Festival voller Movement, Inspiration, Austausch, Community, Skillsharing und natürlich Physical Theatre.

Im Mittelpunkt stehen Produktionen, die künstlerisch mit den Perspektiven blinder, sehbehinderter, gehörloser und schwerhöriger Menschen arbeiten und gezielt für dieses Publikum zugänglich gestaltet sind. Neben entsprechenden Aufführungen gibt es spannende und inspirierende Workshops, Gespräche mit den Artists, Panel Talks mit Expert*innen inklusiver Kunst und ganz viel Raum zur Vernetzung innerhalb der regionalen Kulturszene NRWs.

Alle Infos zu den Events gibt's auf dieser Seite.

5. & 6. September
Theater im Depot - Dortmund

12. & 13. September
Grendt Theater - Essen

26. & 27. September
Prinz-Regent-Theater - Bochum

PERFORMANCE

Die Katze Eleonore
Von Caren Jeß. Inszenierung: S. Rudat
5.September - Theater im Depot (Dortmund)
Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2026.

„Wie geht es Ihnen denn ohne Arbeit, Frau Garazzo?
Ach Wildbruch, ich bin eine Katze, wie soll es mir gehen – gut.“

Wie radikal müssen wir sein, um wir selbst sein zu können? Immobilienmaklerin Eleonore entdeckt, dass sie eigentlich eine Katze ist. Sie lässt sich einen Fell-Catsuit schneidern und beginnt eine Transformation. Ihre Sinne erweitern sich – nur nicht der für Gemeinschaft. Eleonores konsequent durchgezogener individueller Lebensentwurf gerät zum Härtetest zivilgesellschaftlicher Normen.

Vorstellungsbeginn: 20:00
mit Induktionstechnik und Untertitelung
Eintritt: frei bzw. auf Spendenbasis

Hinweis: Die Aufführung enthält Szenen von Nacktheit. Empfohlen ab 16 Jahren
Spieldauer: ca. 75 Minuten
Es gibt einen Rollstuhlgerechten Zugang, sowie ein Barrierefreies WC
Aufführungsrechte: S. Fischer Verlags GmbH, Frankfurt am Main
Bild: Oliver Stroemer

Im Anschluss feiern wir gemeinsam mit dem Theater im Depot den Beginn des Festivals sowie den Start der neuen Spielzeit. Es lohnt sich also nach dem Stück zu bleiben!

WORKSHOP

Zugänglichkeitsmaßnahmen für schwerhöriges Publikum
6.September - Theater im Depot (Dortmund)
11:00 - 14:00

In einem praktischen Workshop lernt Ihr, wie Ihr Eure Stücke für Schwerhöriges Publikum zugänglich machen könnt. Nach einer Einführung in die Bedarfe und Erfahrungswelt der Zielgruppe starten wir direkt in die Umsetzung. Dazu gehören das Erstellen einer Übertitelung, Know-how über den Anschluss von Mikrofonierung, Screens oder Beamertechnik, sowie Grundwissen über Hörtechnik für schwerhöriges Publikum.

Teilnehmer:innen werden gebeten ihren eigenen Laptop, Kopfhörer und zu transkribierende Stücktexte oder Audiofiles mitzubringen.

Offen für darstellende Künstler:innen, Autor:innen, Dramaturg:innen
Workshopleitung: Saskia Rudat & Theresa Hupp von der Arbeitsgruppe Avengers mit der Expertin Rosanna D'Ortona (schwerhörig)

Die Avengers sind eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Tanz-, Performance- und Audio-Künstler:innen sowie Expert:innen für Zugänglichkeit aus den Behinderungsperspektiven blind, schwerhörig und rollstuhlfahrend.
Mit einem Werkzeugkasten an gesammeltem Wissen und Erfahrung (und einem Schwerpunkt auf Seh- und Hörbehinderungen) unterstützen wir Künstler:innen aus der freien performativen Szene dabei, ihre Stücke barriereärmer zu gestalten. Wir bieten Probenbegleitung, Workshops und die Entwicklung ästhetisch eingebundener Zugänglichkeitsformate an.

PANEL TALK

Kaffee, Kuchen & Diskurs
Paneltalk mit 3 Expert:innen zum Thema Inklusion und Barriereabbau in Kunst und Kultur für hörbehinderte Künstler:innen und Publika

6.September - Theater im Depot (Dortmund)
15:00 - 17:00

mit Induktionstechnik und DGS-Dolmetschung

Taub und schwerhörig – zwei Begriffe, die oft in einen Topf geworfen werden, obwohl sie für sehr unterschiedliche Lebensrealitäten, Sprachen und künstlerische Zugänge stehen. Genau diese Unterscheidung steht im Zentrum unseres Paneltalks: Was bedeutet es, als tauber oder schwerhöriger Künstler:in auf der Bühne zu stehen – und was bedeutet es für Publika, die taub oder schwerhörig sind, Theater und Tanz zu erleben?
Mit Saskia Rudat (hörende Physical Theatre Artist), Rosanna D'Ortona (schwerhörige Künstlerin) und Dodzi Dougban (tauber Tänzer) diskutieren wir die politischen Dimensionen von Inklusion in den darstellenden Künsten: Wer bekommt Zugang zu künstlerischer Ausbildung? Welche Barrieren bestehen – strukturell, sprachlich, ästhetisch? Und welche Lösungsansätze und Methoden gibt es bereits, um hörbehinderte Künstler:innen sichtbarer auf Bühnen zu machen?
Das Gespräch beleuchtet konkrete Perspektiven: von der Frage, wie künstlerische Ausbildungsstätten sich verändern müssten, bis hin zu Access-Bedingungen, die taube und schwerhörige Publika tatsächlich einbeziehen – jenseits von Tokenismus und Alibi-Untertiteln.
Ein Abend über Repräsentation, Sprache und die Frage, wessen Körper und Wahrnehmung als „bühnentauglich" gelten.

Eintritt frei oder auf Spendenbasis

WORKSHOP

Kreative Audiodeskription für Tänzer:innen und Physical Performer
12. + 13. September
Grend Theater - Essen
Eintritt frei!

Join Amelia Lander-Cavallo, a Blind artist, researcher and co-founder of Quiplash, a pioneering queer and disabled-led company, for a hands-on workshop that reimagines audio description (AD) as a dynamic, creative tool rather than a supplementary service. This session introduces participants to the fundamentals of AD, exploring various delivery methods and showcasing exemplary integrated practices. Through interactive exercises, you’ll gain an idea of how to weave AD into the structure, narrative, and dramaturgy of your work, transforming it into an integral element of storytelling.

Hinweis: Workshop wird auf englisch gehalten.
Bitte mitbringen: Notizblöcke + Stifte, bequeme Kleidung zum Bewegen, Fragen zum Thema Audiodeskription
Hier könnt ihr euch zum Workshop anmelden: workshops.fetz@gmail.com

Amelia (they/them) ist unsere Workshop-Leiter:in und als blind registriert. Zu Beginn der Sitzung wird they erklären, wie man their Aufmerksamkeit erregen oder Fragen stellen kann. Bitte nennt immer eure Namen, bevor ihr they ansprecht.

Sa. 12.September
11:00 - 16:00

So 13.September
11:00 - 15:00
16:00 Optional Showing

Im Anschluss gibt es hausgemachte Pizza vom Festival - es lohnt sich also zu bleiben!

Physical Profitraining mit Francesco

12:00 - 13:00
atelier automatique
Rottstraße 14
44793 Bochum
bei gutem Wetter draußen auf der Wiese (Treffpunkt immer atelier automatique)

Im Profitraining liegt diesmal der Schwerpunkt auf Tricks wie Fisch, Makako, Reversao oder Butterfly. Das Training schließt mit einer kurzen Handstand session und einem Stretching/Cooldown. So könnt ihr euer Bewegungsvokabular erweitern und festigen, während der neueste PTN Tratsch die Runde macht.

Ihr müsst die Skills nicht können. Das Training ist so gestaltet, dass ihr im Rahmen eurer Fähigkeiten teilnehmen und lernen könnt.
Anmeldung bei Francesco: francesco.matejcek@physicaltheatrenetzwerk.de

Für Verpflegung im Anschluss ist auch gesorgt

Community Event PTN

16:00
atelier automatique
Rottstraße 14
44793 Bochum

Besucht das PTN im atelier automatique zum Kennenlernen, Austauschen, Vernetzen oder auch nur für gute Gesellschaft und leckeres Essen.

Im atelier wartet auf euch der Kobung Pop-up mit veganen Bunggeoppang.
Vegane Bunggeoppan ein typisches koreanisches Streetfood, Waffeln in Fischform gefüllt mit verschiedenen süßen und herzhaften Füllungen.

WORKSHOP

Schreib- und Klangwerkstatt für Kreative Audiodeskription
26.September - Prinz-Regent-Theater (Bochum)
14:00 - 18:00
Kostenlos, auf Spendenbasis

Wie können über Wortwahl, Erzählperspektive, Satzbau und Geräusche auf der Bühne Handlungen, Emotionen, Bewegungen, Atmosphäre und Beziehungen erzählt werden? In der Schreib- und Klangwerkstatt erforschen und analysieren wir sprachbasierte Medien wie Romane und Hörspiele als kreativen Input für die auditive Narration. Über die Sensibilisierung der akustischen Wahrnehmung trainiert Ihr, wie Ihr Sprache, Klang und Ästhetik in einem künstlerischen Prozess für die Entwicklung einer kreativen Audiodeskription für Blindes und sehbehindertes Publikum einsetzen könnt.

Teilnehmer:innen sollen, wenn möglich, ein Laptop/Tablett und Kopfhörer mitbringen.
Offen für Künstler:innen und Audio-Beschreiber:innen (Blind/sehbehindert/sehend)
Workshopleitung: Saskia Rudat, Theresa Hupp und Adriani Botez von der Arbeitsgruppe Avengers

Hier könnt ihr euch für den Workshop anmelden: workshops.fetz@gmail.com

Die Avengers sind eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Tanz-, Performance- und Audio-Künstler:innen sowie Expert:innen für Zugänglichkeit aus den Behinderungsperspektiven blind, schwerhörig und rollstuhlfahrend.
Mit einem Werkzeugkasten an gesammeltem Wissen und Erfahrung (und einem Schwerpunkt auf Seh- und Hörbehinderungen) unterstützen wir Künstler:innen aus der freien performativen Szene dabei, ihre Stücke barriereärmer zu gestalten. Wir bieten Probenbegleitung, Workshops und die Entwicklung ästhetisch eingebundener Zugänglichkeitsformate an.

PERFORMANCE

In the end I need a hug
27. September
17:30 (Voreinlass 17:20)
Prinz-Regent-Theater (Bochum)
Eintritt frei oder auf Spendenbasis

Konzept, Text und Performance: Charlie Wyrsch und Meret König
Musik und Performance: Katrin Meier
Access Dramatugie: Sabine Kuxdorf
Kostüm: Leila Tóth
Bühne und Grafik: Valentin Schwerdfeger
Multisensorische Einführung: Valentin Schwerdfeger
Outside-Eyes: Zoélie Guckert, Denis Okatan, Brunella Sabatino, Andrina Imboden

„Das ist eine Simulation. This is a simulation of the end. Das ist eine Simulation der letzten Stunde, bevor die Welt untergeht. Yes you know what I mean: Apocalypse Armageddon.“

„In the end I need a hug” ist ein Physical Theatre Stück mir kreativer und integrierter Audiodeskription, das sich mit unseren Vorstellungen von Apokalypse und der Verdrängung davon beschäftigt. In einem wilden Ritt zwischen Mythos und Mikrowellen-Orakel, zwischen Simulation und Sehnsucht in die frühen 2000er Jahre, zwischen „dance til the world ends“ und gemeinsamen Schweigen, bewegt sich das Stück der letzten Stunde entgegen.
„But don’t you worry, this is just a simulation“

Dauer: ca. 90 min
Multisensorische Einführung & Early Boarding: 10 min. vor Stückbeginn
Sprache: Deutsch und Englisch, mit integrierter Audiodesktiption (Deutsch)
Content Notes: Weltuntergang, Klimawandel, Trauer, Depressionen, Momente, in denen das Publikum direkt angesprochen wird
Sensorische Reize: Dunkelheit, Duftspray (dezent)

Um sich für Abholservice und Begleitung anzumelden und für weitere Informationen zur Zugänglichkeit, wenden Sie sich bitte an Merle Pätsch:
merle.paetsch@gmx.de
015755463760

Das FETZ 2026 findet statt unter der künstlerischen Leitung von Francesco Matjcek und Laura Louise van Meurs.

Projekt Management: Lisa Hofmann, Fine Simonsen, Merle Pätsch, Zoélie Guckert (Compagnie Conférence pour les arbres)
Buchhaltung: Aylin Kreckel
Accessibility Consulting: Theresa Hupp, Saskia Rudat (Arbeitsgruppe Avengers e.V.)
Social Media & Öffentlichkeitsarbeit: Meret König, Laura Louise van Meurs

In Kooperation mit dem
Theater im Depot, Grend Theater, atelier automatique, Prinz-Regent-Theater

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, der LWL-Kulturstiftung, der Sparkasse Essen, der Allbau-Stiftung Essen, NRW Kultursekretariat Wuppertal und der Stadt Bochum.